Immobilienkauf ohne Eigenkapital?

Viele Banken bieten Finanzierung ohne Eigenkapital an und ermöglichen zum
Teil auch, dass bis zu 110% der Kauf- oder Bausumme aufgenommen werden können. Das Angebot ist verlockend, denn das Zinsniveau ist nach wie vor niedrig, jahrelanges Ansparen eines Eigenkapitalanteils ist nicht mehr notwendig und der Traum von den eigenen vier Wänden wird früher wahr.

Allerdings gibt es einige Punkte abzuwägen, bevor man sich für
eine Vollfinanzierung entscheidet: Zum Beispiel, ob genügend Sicherheiten vorhanden
sind. Das ist zum einen natürlich der Wert der Immobilie, aber auch ein
sicherer Job mit einem festen und guten Einkommen ist eine Voraussetzung, die meist
zwingend verlangt wird.

Oder wo die persönliche Obergrenze des akzeptablen Zinssatzes liegt. Marktbeobachtungen
zeigen, dass sich Banken das Risiko, deutlich höhere Kredite abzuschließen, durchaus
auch mit höheren Zinsen bezahlen lassen. Die Belastungen in der Tilgungsphase
liegen dann über denen eines üblichen Kredits.

Was kommt noch an Nebenkosten hinzu? Das können Notar- und Grundbuchgebühren
sein, aber auch weitere Kreditkosten wie Bearbeitungsgebühren,
Bereitstellungsgebühren und eventuelle Prämien für eine Restschuldversicherung.

Da die Laufzeit eines Vollfinanzierungskredits meist auch länger ist, sollte
der Kreditnehmer darauf achten, dass die Raten nicht zu niedrig sind. So bleibt
das Risiko einer hohen Mehrbelastung nach Auslaufen der Zinsbindung wenigstens
einigermaßen überschaubar. (BSK)

Nicole Kruß
Wohn- und Gewerbeimmobilien OHG
Badener Straße 5
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